Wussten Sie eigentlich, was weltweit das häufigste Abfallprodukt ist? – Zigarettenstummel.

Pro Jahr werden laut der Weltgesundheitsorganisation WHO 5,6 Billionen Zigaretten geraucht; in Zahlen: 5.600.000.000.000 Zigaretten. Leider werden die dabei entstehenden Zigarettenstummel zu einem großen Teil nicht ordnungsgemäß entsorgt, sondern einfach auf den Boden geworfen. Dabei handelt es sich um Müll in der Größenordnung von 500.000 Tonnen jährlich.
Da die Filter von Zigaretten aus einem Kunststoff (Celluloseacetat) bestehen, verstärken diese das immense Problem der Plastikverschmutzung. Denn selbst wenn der Filter nach einiger Zeit – langer Zeit – zersetzt wird, bleiben Mikroplastikpartikel übrig, die unsere Gewässer belasten.

 

Wussten Sie eigentlich, dass es für einen Hund lebensbedrohlich sein kann, wenn er versehentlich einen Zigarettenstummel frisst? Selbst die minimale Nikotinmenge darin kann bei dem Vierbeiner eine Vergiftung auslösen. Auch bei Kleinkindern besteht diese Gefahr: Symptome sind Übelkeit, Durchfall und Erbrechen.  Wenn die Kippen im Meer oder in anderen Gewässern landen, sind sie für Fische und andere Wassertiere ebenfalls gefährlich: Einer Studie der San Diego State University zufolge reicht ein Zigarettenstummel pro Liter Wasser aus, um die Lebewesen darin zu töten. 

 


Wie entsorge ich Zigarettenstummel richtig? 

Zigarettenstummel gehören in die Restmülltonne. Aufgrund der toxischen Inhaltsstoffe dürfen sie nicht auf dem Kompost oder über die Biotonne entsorgt werden. 


Wussten Sie eigentlich, dass es in Deutschland strafbar ist, Zigarettenstummel auf den Boden zu werfen?
Die einzelnen Landesregierungen geben eine Empfehlung über die Höhe der Bußgelder vor. Allerdings legen jede Stadt und jede Gemeinde selbst fest, wie hoch die Strafe tatsächlich ist.

Eine Auswahl:

  • Hannover 10€
  • Berlin 120€
  • München 55€
  • Ulm 50€

 

Und welche Lösungsansätze gibt es für das „kleine“ Problem? 

Taschenaschenbecher So einfach wie sinnvoll: Raucher:innen können unterwegs ein verschließbares Gefäß mitnehmen und darin ihre Kippen sammeln, um sie später ordnungsgemäß zu entsorgen. 

Sollte sich ein:e Raucher:in nun bei dem Argument ertappt haben, dass ein zusätzlicher Taschenaschenbecher viel zu aufwändig sei – dann gibt es auch dafür schon einen cleveren Lösungsansatz:

Input, die Zigarettenschachtel mit integriertem Entsorgungsfach. Vier Studierende aus Münster haben mit dieser Idee sogar den Deutschen Verpackungspreis 2021 gewonnen. Die Zigarettenschachtel hat dieselben Maße wie die herkömmlichen Verpackungen. Allerdings lässt sich die Schachtel auseinanderziehen, sodass eine Öffnung entsteht, in der die Kippen vorübergehend aufbewahrt werden können. Ganz schön praktisch und ohne Mehraufwand.

 

TobaCycle n.e.V. Die Organisation aus Köln sammelt Zigarettenkippen, um sie bestenfalls getrennt vom Restmüll zu entsorgen. So können beispielsweise neue Taschenaschenbecher aus dem recycelten Material hergestellt werden. Deutschlandweit hat TobaCycle ein Sammel-Netzwerk aufgebaut und versucht dadurch auch, das Ausmaß des Problems sichtbar zu machen. 

Ballot Bins (Englisch für: Wahlurnen) Raucher:innen können mit ihrer Zigarettenkippe für eine der beiden Antwortmöglichkeiten abstimmen. Die Fragen können aktuell, lustig oder tiefgründig sein. Es geht vor allem darum, einen kleinen Anreiz zu bieten, um die Kippe eben nicht auf den Boden zu werfen. Und das funktioniert, wie so oft, über den Spieltrieb und den Wettbewerbsgedanken.

 

 

Autoren: Lisa Steurer, Simone Wörner