Ungefähr ein fünftel der globalen Klimaemissionen entstehen durch Ernährung. Bei einigen Lebensmitteln ist uns gar nicht klar, was für einen Einfluss wir damit auf die Umwelt haben. Avocados gelten zum Beispiel als sehr gesund, haben jedoch durch ihren enormen Wasserverbrauch eine sehr schlechte Klimabilanz.

„Aber nachhaltig leben ist immer teuer“, diesen Satz haben die meisten entweder gehört oder selbst schon gesagt. Wir
wollen zeigen, wie das auch anders geht.

Um als „nachhaltig“ zu gelten, sollten die Produkte gewisse Kriterien erfüllen. Unter anderem darf die Herstellung keine bleibenden Schäden an der Natur hinterlassen und auf erneuerbaren Energien basieren. Außerdem müssen alle am Herstellungsprozess beteiligten Menschen fair behandelt und entschädigt werden.  Zusammen gefasst sollten nachhaltige Lebensmittel umweltgerecht, sozial und fair sein. Dies bedeutet meist einen höheren Preis des Endproduktes. Aber das bedeutet noch lange nicht, dass es unmöglich ist, auch mit kleinerem Budget lecker und nachhaltig zu essen. Wir stellen nun 5 kleine Umstellungen vor, mit denen  jeder etwas nachhaltiger leben und seinen Beitrag an einer gesunderen Umwelt leisten kann.

 

5 Tipps für mehr Nachhaltigkeit im Alltag

1. Saisonal Einkaufen 

Die meisten Gemüse- und Obstsorten kosten außerhalb der Saison oft über doppelt so viel wie in der Saison. Zudem müssen diese Lebensmittel weite Wege in unsere Supermärkte zurücklegen, meist mit Flugzeug oder per Schiff, was zusätzlich eine starke CO2- Belastung bedeutet. Gerade der Einkauf auf dem lokalen Wochenmarkt bietet sich an, um möglichst nachhaltig und saisonal einzukaufen.

 

2. Gezielt für Gerichte einkaufen

Durchschnittlich wirft jeder Deutsche im Jahr 80 Kg Lebensmittel weg. Ein guter Weg, um unnötigen Müll ist es, sich am Anfang der Woche einen Essensplan für die gesamte Woche zu schreiben und nur Lebensmittel passend für diese Rezepte zu kaufen. Impulskäufe sind sowohl für den Geldbeutel als auch für die Müllbilanz meistens schlechter. Ein Problem ist, dass manche Lebensmittel nur in Dreierpacks oder Kilosäcken verkauft werden. Eine sinnvolle Alternative wäre es, Obst und Gemüse unverpackt zu kaufen. Diese kosten zwar meistens mehr, wenn man aber nur so viel kauft, wie man auch sicher verwenden wird, sollte das am Ende keinen Unterschied machen. Zudem spart man sich den Plastikmüll.

 

3. Frisch kochen statt Fertiggerichten

Je höher der Grad der Verarbeitung, desto höher der Preis des Produkts. Demnach sind Fertigprodukte meistens nicht nur ungesund, sondern auch teuer und nicht nachhaltig. Auch bei der Lagerung von Tiefkühlprodukten werden große Mengen CO2 ausgestoßen. Beispielsweise Tiefkühlpommes sind mit 5,7 Kilogramm CO2-Äquivalenten auf Platz 4 den klimaschädlichsten Lebensmittel, noch vor Schweinefleisch.
Eine zeit- und geldsparende Alternative ist es, mehrere Portionen zu kochen und den Rest für eine andere Gelegenheit einzufrieren. Durch die größeren Mengen wird der Einkauf günstiger und man kann eine Mahlzeit jederzeit kurzfristig auftauen.

 

4. Weniger Fleisch und Milchprodukte

Immer mehr Menschen ernähren sich vegetarisch und vegan. Der Ernährungsstil auch Vorteile in
Bezug auf Nachhaltigkeit. Rinder- und generell Nutztierhaltung haben durch den hohen Ausstoß an Treibhausgasen einen großen negativen Einfluss auf das Klima. Neben dem Fleisch hinterlassen demnach auch Milcherzeugnisse einen großen ökologischen Fußabdruck. 13 Kilogramm an CO2-Äquivalenten werden ausgestoßen, um ein Kilogramm Rindfleisch zu erhalten. Bei Schweinefleisch und Geflügel liegt der Wert bei 3,3 Kilogramm. Mittlerweile gibt es viele Alternativen zu Fleisch und Milchprodukten, auch von den Eigenmarken der einzelnen Supermärkte, die meist auch mit recycelbarem Papier verpackt sind.  Neben Fleischersatz gibt es auch verschiedene Möglichkeiten, natürliche Fleischalternatie zu verwenden. Einige Beispiele wären Pulled Mushrooms, Tofu oder verschiedene Gemüsesorten wie Aubergine oder Sellerie. 

 

5. Gemüse selbst anpflanzen

Noch günstiger, nachhaltiger und regionaler als selbst anbauen geht nicht. Das geht schon auf
kleiner Fläche wie z.B. dem Balkon. Optimal für den eigenen Anbau geeignet sind Tomaten, aber auch Möhren, Pflücksalat und Kräuter. Die dazugehörigen Setzlinge kann man meistens schon sehr
günstig kaufen. 

 

Es sollte selbstverständlich sein, dass es mit mehr Aufwand verbunden ist, nachhaltig zu leben und sich nachhaltig zu ernähren. Jedoch kann man durch kleine Anpassungen im täglichen Leben bereits einen großen Unterschied machen. Am Ende tut jeder, der sich etwas nachhaltiger ernährt der Umwelt etwas Gutes.

 

 

Sellerieschnitzel mit Kartoffelecken und Feldsalat

Das Rezept basiert auf unseren Tipps:

Dabei verzichten wir auf Fleisch und ersetzen es durch Knollensellerie. Dieser hat bis Februar Saisonund ist günstig erhältlich. Auch Kartoffeln, Feldsalat und Champignons sind in dieser Zeit regional und preiswert erhältlich. Wer gerne selbst Kräuter anpflanzt, für den bieten sich Thymian und Rosmarin an.

1.  Als erstes den Strunk des Selleries entfernen. Anschließend den Sellerie schälen und in ca. 1,5cm dicke Scheiben schneiden. Die Scheiben zehn Minuten in kochendes Wasser geben. Danach abkühlen lassen. 

2.  Feldsalat putzen und wenn nötig braune Blätter aussortieren. Backofen auf 180°C Umluft (200°C Ober-Unterhitze) vorheizen.

3.  Pilze in etwas Öl anbraten, nach sieben Minuten mit Balsamico ablöschen, mit Zucker, Salz und Pfeffer abschmecken und anschließend
kalt stellen.

4. Zunächst die Kartoffeln vierteln und auf ein Backblech geben. Knoblauchzehen zerdrücken, mit auf das Backblech geben. Mit Salz, Pfeffer, Thymian und Rosmarin würzen, am Ende Olivenöl darüber geben und alles gut vermischen. 

Dann für 40 Minuten im vorgeheizten Backofen backen. Nach 20 Minuten einmal umdrehen.

5.  Für die Schnitzel eine Panierstraße bauen: einen Behälter mit Mehl, einen Behälter mit drei Eiern und einen mit Paniermehl füllen. Den
Behälter mit den Eiern und die Selleriescheiben mit Salz und Pfeffer würzen.

6.  Die Selleriescheiben nacheinander in die einzelnen Behälter geben, sodass die gesamte Scheibe am Ende mit Paniermehl bedeckt ist.

7.  Zum Schluss Öl in eine Pfanne geben und die Schnitzel auf jeder Seite drei Minuten auf mittlerer bis hoher Hitze goldbraun braten.

8. Nun noch den Feldsalat in das Dressing geben und untereinander mischen. Alles anrichten und genießen.

Zutaten:

Sellerieschnitzel:
  • 1 Knollensellerie
  • Mehl
  • Paniermehl
  • 3 Eier
  • Sonnenblumenöl zum Braten
  • Salz, Pfeffer, Paprikapulver
Feldsalat:
  • 100g Feldsalat
  • 50g Champignons
  • 3-4 EL Balsamico
  • 3 EL Zucker
  • optional: Walnüsse als Topping
Kartoffelecken:
  • 500g Kartoffeln (festkochend)
  • 3-4 Knoblauchzehen
  • Rosmarin, Thymian (frisch oder getrocknet)
  • Salz, Pfeffer
  • 2-3 EL Olivenöl

Autoren: Ayleen Bock, Jonas Hiller