Für die einen zählt eine intakte Beziehung zum Glücklich sein, für die anderen ist es die Zeit mit der Familie oder der Erfolg im Job. Doch was den einen glücklich macht, muss nicht gleichzeitig für alle anderen gelten.

In einer aktuellen Umfrage unter Studierenden an der Hochschule Neu-Ulm, wurden verschiedene Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen zu ihrer Definition von Glück befragt. Dabei ist klar zu erkennen, dass die Gesundheit eine immer wichtigere Rolle in unsere Gesellschaft spielt. 63,6% der befragten Personen gaben an, dass die Gesundheit als einer der wichtigsten Faktoren zu ihrem Glück beitragen. Neben der Gesundheit zählt auch Familie, eine gute Partnerschaft und Freude am Leben zu den wichtigsten Definitionen von Glück bei den Befragten.

In unserem Artikel haben wir die vier häufigsten Antworten grafisch dargestellt.  (Gesundheit, Familie, Eine gute Partnerschaft, Spaß und Freude am Leben.)

 

 

Glück ist eine Wissenschaft für sich

Um einen besseren Überblick in das meist subjektive Thema “Glück” zu erhalten, wurde primär die wissenschaftliche Seite des Glücks betrachtet. Wie kann Glück objektiviert werden?

 

Faktoren, die das Level des chronischen Glücklichseins beeinflussen. Modifiziert nach Sonja Lyubomirsky‘s „Pursuing Happiness: The Architecture of Sustainable Change“

Laut einer Studie der amerikanischen Psychologie Professorin Sonja Lyubomirsky, sind 50% unseres Lebensglücks vorherbestimmt, d. h. von Geburt an festgelegt. 10% sind von unseren äußeren Umständen abhängig (z. B. Reichtum, Schönheit und Gesundheit) und die letzten 40% ergeben sich durch unser bewusstes Verhalten wie die Ausübung von einem Hobby oder die Leidenschaft im Job. Hierbei können wir in einen Zustand kommen, in dem wir uns frei entfalten können und Dinge um uns herum vergessen. Dieser Glückszustand wird in der Psychologie als “Flow” bezeichnet

Was passiert chemisch in unserem Gehirn, wenn wir Glück empfinden?
Sobald wir Glück empfinden, wird in unserem Gehirn der Botenstoff Dopamin ausgeschüttet. Dies entsteht auf verschiedene Arten in unserem Körper. Zum Beispiel durch die Aufnahme von Nahrungsmitteln wie Chips oder anderen Süßigkeiten, durch Musik oder auch das Lesen eines guten Buches werden unsere Hormone und Botenstoffe in Wallungen gebracht. Problematisch wird es allerdings, wenn wir unser Belohnungssystem zu oft aktivieren, denn das könnte eine schwerwiegende Konsequenz nach sich ziehen. Wir werden süchtig – nach dem Glücksgefühl. Dieser Hormon-Ausschuss bringt uns nur kurzfristiges Glück. Das langfristige Glück erfahren wir aber auf andere Weise.

 

Wie entsteht langfristiges Glück?
Das langfristige Glück ist mit einem stetigen Prozess verbunden. Wer langfristiges Glück anstrebt muss an sich selbst und seiner inneren Einstellung arbeiten. Buddha besagt eins:: “Das Glück liegt in uns, nicht in den Dingen.”

Die Sozialpsychologin Frau Prof. Dr. Abele-Brehm behauptet: „Für eine langfristige Zufriedenheit ist es wichtig, Visionen für sein Leben zu entwickeln, zu wissen, was man erreichen möchte, wer man sein möchte.” Vor allem junge Menschen, welche noch auf der Suche nach sich selbst sind, rät sie genauer in sich hineinzuhören, denn was einen Menschen glücklich macht, macht eine andere Person nicht zwingend gleichermaßen glücklich. Gerade in unserer schnelllebigen Gesellschaft fixieren sich vor allem junge Menschen zu schnell auf die ausschließlich positiv geprägten Beiträge der sozialen Plattformen.

Der Realitätscheck bleibt oft aus. Dabei sollte der Mensch sich darauf fokussieren, was ihm selbst wichtig ist. Nur wer das herausfindet, findet das “langfristige Glück” in sich selbst.

Der Kauf von ein paar neuen Schuhen oder einem neuen Smartphone kann unsere Glückshormone äußerst schnell aktivieren. Materialismus ist daher ein wichtiger Faktor für Glück, aber sollte nicht die Oberhand gewinnen. Die empirische Glücksforschung hat offengelegt, dass bereits ein Durchschnittseinkommen für uns Menschen ausreichen kann, um glücklich zu sein. Was im Umkehrschluss bedeutet, wer mehr verdient oder besitzt ist nicht automatisch glücklicher.

Es gibt also das “biologische Glück”, wenn dann die “Chemie im Kopf” stimmt, sind wir glücklich. Ein spezifisches Glücksgen gibt es allerdings nicht. Das Glück ist ein komplexes Konstrukt, das über verschiedene Gene mit dem Zusammenspiel von Botenstoffen Glück vermittelt. Während die einen jeden Tag lächelnd durchs Leben gehen, gibt es andere, die das eher schwermütig tun.

 

Wissenschaftliche Formel für Glück
Hat die Wissenschaft eine genaue Formel für unser Glück?  Die Antwort hierzu ist so klar wie einfach: Ja, die gibt es. Sie lautet: HABEN – LIEBEN – SEIN. Bei HABEN handelt es sich, um die finanzielle Absicherung, bei LIEBEN um soziale Beziehungen und bei SEIN um die Suche nach dem Sinn des Lebens. Gerade Letzteres stellt das größte Fragezeichen für die Meisten dar. Diese Frage muss jedoch ganz individuell beantwortet werden.

Die wichtigste Erkenntnis ist also, dass jeder Einzelne seines Glückes Schmieds ist und sein individuelles Lebensglück zu großen Teilen selbst beeinflussen kann.
So können Sie Ihre Glückshormone aktivieren:

 

Dopamin
wirkt motivierend und sorgt für einen Belohnungseffekt.
Dopamin können Sie durch aktiven Sport, durch das Kochen Ihrer Lieblingsgerichte, indem Sie anfallende Aufgaben abarbeiten oder indem Sie sich Zeit für sich selbst nehmen, aktivieren.

Endorphine
wirkt schmerzlindernd und können uns “high” vor Glück machen.
Endorphine können unter anderem durch leidenschaftliches Tanzen, intensives Lachen, scharfes Essen oder Joggen ausgeschüttet werden.

Serotonin
kann Zufriedenheit, Wohlbefinden und Gelassenheit auslösen.
Serotonin kann durch Sonnenlicht, Meditation, Massagen und durch die Aufnahme von Lebensmittel, wie Nüsse, Bananen oder dunkle Schokolade, welche die Aminosäure L-Tryptophan enthalten, ausgeschüttet werden.

Oxytocin
erhöht unser Wohlbefinden und lässt uns mitfühlender wirken.
Oxytocin können Sie durch das Streicheln von Tieren, durch Geschlechtsverkehr, aber auch durch Kuscheln oder wenn Sie Ihren Freunden eine Freude machen, ausschütten.

 

 

 

Autoren: Alina-Alexandra Brück, Aylin Perez Camacho