„Ach, die Jugend heut zu Tage ist nur noch am Handy …“

„Entschuldigung, ist das vegan?“

„Ok, Boomer“

„Bei uns damals war alles anders …“

„Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“

 

Aussagen, die wahrscheinlich jeder von uns schon einmal gehört hat oder selbst gesagt hat. Oft prallen die unterschiedlichen Ansichten und Wertvorstellungen verschiedener Generationen aufeinander und führen zu Diskussionen. Die Generationen messen und belächeln sich untereinander. Unverständnis und Augenrollen sind dabei nicht selten das Resultat. Der Grund dafür sind die unterschiedlichen Werte, die die Generationen in sich tragen.

 „NICHTS IN DER GESCHICHTE DES LEBENS IST BESTÄNDIGER ALS DER WANDEL!“ 

— CHARLES DARWIN 

Werte werden von verschiedenen Einflüssen geprägt. Der Einfluss von Familie und Freunden, das Geschehen des Umfelds sowie die eigenen Erfahrungen bilden unser Wertespektrum. Werte sind Normen, auf denen unsere Handlungen basieren. So wie wir denken, treten wir auf.

Jeder Mensch ist individuell, wie auch seine Wertvorstellungen. Jedoch verbinden wir bestimmte Werte und Ansichten mit speziellen Generationen. Der Grund hierfür ist, dass sich eine Generation als eine Gruppe von Menschen definiert, die zur selben Zeit dasselbe gemeinsam erlebt haben und somit gemeinsame Normen entwickelten.

 

Die Generationen und ihre Werte:

DIE TRADITIONALISTEN – die VeteranenDie Generation der Traditionalisten ist in den Jahren zwischen 1922 und 1945 geboren und lebte ihre Jugend in den Jahren 1933 bis 1960 aus. Diese Menschen verarbeiteten in ihrem Leben die traumatischen Erlebnisse des zweiten Weltkrieges sowie der Weltwirtschaftskrise. Sie sind von klaren Regeln, Disziplin und Respekt geprägt.  Werte wie Solidarität und Pflichtbewusstsein haben für die Traditionalisten einen hohen Stellenwert. Loyalität, Fleiß und Beständigkeit prägen die Normen der Generation.

 

BABYBOOMER – die BoomgenerationOptimismus, große Hoffnung auf eine bessere Zukunft, sinkende Arbeitslosenquoten, Wohlstand, Wirtschaftswunder der Nachkriegszeit, Bildung für alle und die höchste Geburtenrate, die es jemals gab – das sind sie, die Babyboomer.

Sie sind zwischen 1946 und 1964 geboren und erlebten ihre prägenden Jahre von 1957 und 1979. Diese Generation legt Wert auf Optimismus, Zusammenhalt und Familie. Sie erlebten erschütternde Ereignisse wie den kalten Krieg und die Kubakrise. Sie wurden Zeugen vom Mauerfall – die wahrscheinlich größte Veränderung zur Zeit der Babyboomer. Leistungswille und Bereitschaft wurden in dieser Generation vorausgesetzt, da sich die Babyboomer mit ihrer Arbeit identifizieren. Der Begriff Workaholic entstand in dieser Generation.

 

DIE GENERATION X

the Twentysomethings
Ausbruch aus alten Strukturen. Konsum(kritik) und Punk.
Die Generation X ist zwischen 1965 und 1979 geboren und hat das veraltete Familienbild revolutioniert. Mutter, Vater und Kind wurden von pluralen Lebensformen abgelöst. Alleinerziehende Singles waren die neue Norm, da Familie und Beruf keinen Wert mehr hatten. Die geschichtlichen Ereignisse während der Jugend der Gen X wie Tschernobyl brachten Instabilität und Unsicherheit. Fehlende Rollenbilder und Skepsis gegenüber der Politik förderten die Orientierungslosigkeit der „lost Generation“. Ausgeglichenheit von Privat und Arbeitsleben sowie der Wunsch nach Unabhängigkeit sind die Prioritäten.

 

GENERATION Y 

WHY?
Die Generation Y sind der Startschuss der Millennials. Die Besonderheit der zwischen 1980 und 1995 geborenen Generation Y ist die Affinität zur Technik. Smartphone und Co wird zum Alltagsgerät. Anstatt sich gegen Probleme wie Naturkatastrophen, Terrorismus und Umweltverschmutzung aufzulehnen, herrschte die Einstellung im Moment zu leben, solange sie noch können. „Just do it“ wurde zum Lebensmotto. Selbstverwirklichung, Anerkennung, Wertschätzung und Schutz sind die beschreibenden Werte der Generation Y.

 

GENERATION Z

The Digital Natives 
In God we trust. All others must bring data. – W. Edward Stemming.

Die digital Natives sind zwischen 1997 bis 2012 geboren. Sie sind mit dem Umgang des World Wide Webs vertraut und sind treue Nutzer von Social Media. Selbstinszenierung, Toleranz, Nachhaltigkeit und Sicherheit prägen die Jugend von heute. Dauerhaft online und Leistungsdruck beschreiben ihr Mindset. Der Wunsch nach Geborgenheit und Zuflucht bei Familien und Freunden sind der Generation Z wichtig.

 

WERTEWANDEL
Die Generationen wurden offensichtlich von unterschiedlichen Ereignissen und Einstellungen geprägt. Diese Unterschiede in den Normen und Handlungen der Generationen sorgen für Unverständnis untereinander. „Ach die Jugend heut zu Tage“, ist leicht zu sagen, doch es sind nicht die Menschen, die sich wandeln, sondern die Lebensumstände, die den Menschen in den jeweiligen Handlungen beeinflussen. Die Veränderung der Werte von Generation zu Generation wird als Werte-Wandel definiert. Den Wandel bekommt jeder von uns im Alltag zu spüren. Ob durch gutgemeinte Kommentare wie „Bei uns damals war alles besser“ oder ein entnervtes Augenrollen – Am Ende streben die Menschen alle dasselbe an: Eine glückliche, gesunde und sichere Zukunft für sich und ihre Nächsten – unwichtig aus welcher Motivation.

„GENERATIONEN  REDEN VERSCHIEDEN  UND HANDELN  GLEICH!“ 

— CARL LUDWIG VON HALLER 

Autoren: Greta Prestel, Maike Isabel Schenk