„Geld regiert die Welt“
Eine Redewendung, die in vielen Sprachen und Varianten bekannt ist. Viele Menschen verbinden mit Geld negative Assoziationen und  kritisieren die bedeutende Rolle, die Geld in unserem Leben spielt. Doch ist Geld nur ein Grundbaustein für ein erfülltes Leben oder regiert Geld wirklich die Welt? In unserer kapitalistischen Gesellschaft heißt es, je mehr Geld man besitzt, desto glücklicher und erfüllter kann man sein Leben ausgestalten. Gleichzeitig sorgt das Prinzip der Marktwirtschaft für eine ungleiche Verteilung des Geldes und damit für eine tiefe Spaltung der Gesellschaft.

 

Was bedeutet Geld und was ist der Ursprung dieser Münzen und Scheine überhaupt?
Geld als Zahlungsmittel gibt es schon seit dem Jahre 4500 v. Chr. Der Grund für diese Erfindung ist, dass vor Jahrzehnten für ein notwendiges Produkt oder Dienstleistung Güter gegen Güter getauscht wurden wie z.B. Stoff gegen Brot. Diese Art der Bezahlung war sehr aufwändig und kompliziert, sodass für die Vereinfachung von Geschäften ein allgemein-gültiges und einheitliches Tauschmittel entstehen musste. So wurde Geld das neue Tauschgut des Menschen. Die Höhe des Wechselkurses ergab sich durch das Angebot und die Nachfrage der Gesellschaft. So konnten Menschen präziser den Wert einer Dienstleistung, die sie erwirtschaften wollten, bestimmen.

 

Was für einen Stellenwert hat Geld für die Menschen?
Heutzutage hat Geld für die meisten Menschen einen sehr hohen Stellenwert. Geld ist erstrebenswert, es lohnt sich dafür zu kämpfen, denn es kann unser Selbstwertgefühl steigern, uns ermöglichen, bestimmte Dinge zu kaufen und uns ein Gefühl der Sicherheit geben.

 

Wie spaltet Geld die Gesellschaft?
Ein Teil der Menschheit geht unsorgfältig mit Geld, bzw. mit Produkten, die gekauft wurden, um und der andere Teil schätzt dieses Mittel und behandelt es mit großer Sorgfalt. Man spricht von der „Wegwerf-Gesellschaft“ und gegenüberstehenden „Minimalisten“.

Minimalisten gehören zu der Gruppe, die Geld mit Sorgfalt behandeln, gekaufte Produkte schätzen und die Konsumsucht nicht unterstützen. Der bewusste Konsum, die Reduktion auf das Nötigste und das glückliche Leben stehen im Mittelpunkt. Ein minimalistisches Leben sorgt für mehr Überblick und spart Geld, Ressourcen und ist umweltfreundlicher.

 

Welche geldbedingten Ungerechtigkeiten gibt es?
Geld bestimmt in gewisser Weise auch die Wichtigkeit eines Produkts / einer Dienstleistung. Nicht selten werden hohe Preise mit hoher Qualität assoziiert. Arbeit, die nicht bezahlt wird, wie z.B. Hausarbeit, bleibt in der Folge für Mitmenschen so gut wie unsichtbar. Dies gilt nicht nur für unbezahlte Arbeit, sondern auch für Leistungen, die trotz harter Arbeit schlecht bezahlt werden. Weniger Geld bedeutet deshalb auch oftmals weniger Wertschätzung.

Die Menge an Geld, die Personen besitzen, bestimmt auch automatisch ihren Lebensstil. Basierend auf den jeweiligen Budgets wohnen wir in verschiedenen Vierteln, tragen verschiedene Kleidung und essen verschiedene Speisen. Unser Budget bestimmt zudem, wie viele Waren oder Dienstleistungen wir in Anspruch nehmen können. Mehr Geld bedeutet gleichzeitig auch mehr Luxus, denn zum gegenwärtigen Zeitpunkt existiert fast nichts mehr, dass man sich nicht mit Geld kaufen kann. Mächtig ist der, der viel Geld besitzt, da er Luxusgüter in Anspruch nehmen, und von Dienstleistungen durch andere Menschen profitieren kann.

Betrachtet man die Gesetzeslage wird ebenfalls stark deutlich, wie einflussreich Geld ist. Kriminalstraftaten, in denen es um Menschenleben geht, werden oft milder bestraft als Kapitalverbrechen. Ein simpler Vergleich: der sexuelle Missbrauch eines Mannes an 129 Mädchen in Ulm wurde zu einer Bewährungsstrafe von 3 Jahren verurteilt, während man bei einer Steuerhinterziehung in den meisten Fällen zu einer Freiheitsstrafe verurteilt wird. Hierbei handelt es sich nicht um ein deutsches Phänomen, in anderen Ländern ist dieses Ungleichgewicht noch ausgeprägter.

 

Regiert Geld die Welt?
Es zeigt sich, dass die Redewendung „Geld regiert die Welt“ wahrheitsgemäß ist, da Geld Einfluss und Macht verleiht und so große Freiheiten und Aktivitäten ermöglicht. Sowohl Gutes als auch Schlechtes kann mit Geld erreicht werden, so dient es oftmals als Mittel zum Zweck und ist der Schlüssel für viele Türen. Ohne Geld wären alle nationalen und weltweiten Geschäfte und Beziehungen kompliziert und unvorstellbar. Alle Grundbedürfnisse des Menschen, Freizeitaktivitäten und vieles mehr erfordern Geld. Abschließend lässt sich sagen: „Money makes the world go round“.

 

 

 

Autoren: Aylin Pula, Ferhat Kutay Catalbas