Als erste Frau in einer männerdominierten Branche hat Zaha Hadid die moderne Architektur wie kaum eine andere geprägt. Ihre nahtlos anmutenden und futuristischen Gebäude sind weltberühmt, surreal und wahrlich atemberaubend.

Als Tochter wohlhabender Eltern wurde Zaha Mohammad Hadid 1950 in Bagdad, Irak geboren. Ihre Jugend über wohnte sie in einem vom Bauhaus inspirierten Haus. Da Hadids Vater in England studierte, war ihre Erziehung sehr westlich. Während Hadids Kindheit galt Bagdad als Schmelztiegel, in dem die Modernisierung boomte. Vor allem auch in der Entwicklung der modernen Architektur gab es innovative Fortschritte. Hadid, die dies gespannt verfolgte, wusste schon im frühen Kindheitsalter, dass sie Architektin werden will.

Ihr erstes Studium, Mathematik an der amerikanischen Universität in Beirut, brach Hadid ab, um ihren wahren Traum zu verfolgen. Der Wechsel nach London bildete den Grundstein für ihr künftiges Leben. Nach ihrem Studium an der Architectural Association School nahm Hadid das Angebot des renommierten Architekten Rem Koolhaas an und arbeitete in seinem Büro. Schließlich gründete sie 1980 ihr eigenes Architekturbüro in ihrer Wahlheimat London. Jedoch erst 1993 konnte sie sich als Architektin durchsetzen und ihren ersten Entwurf realisieren: das Feuerwehrhaus des Vitra-Werks in Weil am Rhein. Ihre architektonische Handschrift war von jeher einzigartig und unverwechselbar.

Als erste Frau erhielt Zaha Hadid 2004 die bedeutendste Ehrung der Architekturwelt, den Pritzker-Architektur-Preis. Auch bekannt als die „Königin der Kurven“ schaffte sie die letzten zwei Jahrzehnte mehrere architektonische Meisterwerke, die die gesamte Welt durch ihre dynamische Erscheinungsweise in Erstaunen versetzt haben. Hadid verstarb 2016 im Alter von 65 Jahren überraschend in Miami, U.S.A.

Heydar Aliyev Center (Baku, Azerbaijan)

Das Grundstück gibt durch seinen Geländevorsprung die Basis für ein abgestuftes Gebäude. Die Zementstruktur stützt die durchgehende Oberfläche des Kulturzentrums und verleiht ihm ein plastisches Aussehen. Das Objekt scheint zu „fliegen“. Dabei lassen die runden Formen eine Verbindung der einzelnen Teile des Zentrums zu. Dieses Gebäude befindet sich jenseits architektonischer Grenzen. Das Resultat ist ein Meisterwerk, welches den Anschein erweckt, aus einem Guss zu sein.

Bejiing Daxing International Airport (China)

2014 bis 2019 entstand 46 Kilometer vom schnelllebigen Stadtzentrum Pekings entfernt ein neuer Flughafen. Der Innenraum wurde in eine aus gebogenen Formen gleitend wirkende Landschaft verwandelt. Rund um das Zentrum (innerhalb) des Flughafens sind die Bereiche auf verschiedene Ebenen verteilt. Hadids Entwurf orientiert sich an der klassisch chinesischen Architektur, bei der Räume zusammenhängend um ein Zentrum organisiert werden. Dies ermöglicht es, eine große Anzahl an Flugzeugen nah an der Gebäudemitte zu parken und schafft dadurch extrem kurze Gehwege innerhalb des Flughafens. Durch die neuartige Kombination von Formen ist ein Gebäude entstanden, dass das schwere Glasdach im Zentrum stützt und hohen Komfort für Passagiere bietet.

Wangjing SOHO (Peking, China)

2009 bis 2014 wurde in Peking im Stadtteil Wangijing eine Anlage erbaut, die zwischen Flughafen und Stadtzentrum liegt. Sie besteht aus drei schlanken Türmen, wobei der höchste Turm knapp 200 Meter hervorragt. Ausgezeichnet mit vielen Preisen ist diese Anlage ein harmonisches und einzigartiges Bauwerk. Durch ihre runden, sich anschmiegenden Formen wirken die drei Gebäude beinahe wie verwebt.

 

Zaha Hadid war die einflussreichste und prägendste Architektin der modernen fließenden Architektur. Ihre Interpretation von Gebäuden war daran ausgerichtet, dem gesellschaftlichen Fortschritt des 21. Jahrhunderts zu folgen. Auch zukünftig werden Hadids Werke die Architekturwelt maßgeblich beeinflussen.